Glücksspielstaatsvertrag 2021

Rechtslage: Was für Online Casinos in Deutschland gilt

Was in Deutschland für Online-Glücksspiel gilt: welche Spiele erlaubt sind, wer sie erlaubt und kontrolliert, welche Regeln für Anbieter und Spieler gelten und was Verstöße bedeuten.

GesetzGlüStV 2021seit 1. Juli 2021
Einzahlungs­limit1.000 €pro Monat, alle Anbieter
AufsichtGGLHalle (Saale)
Zum Überblick18+ · Glücksspiel kann süchtig machen
Illustration: Paragrafenzeichen vor einem Gesetzestext mit Siegel

Online-Glücksspiel ist in Deutschland seit 2021 erstmals bundesweit geregelt. Seitdem ist klar, was erlaubt ist und was nicht: Online-Spielautomaten, Online-Poker und Sportwetten dürfen mit Erlaubnis bundesweit angeboten werden, Online-Roulette und -Blackjack nur mit Erlaubnis einzelner Länder. Hier findest du den rechtlichen Rahmen im Überblick – verständlich erklärt und ohne Juristendeutsch.

Die Rechtslage auf einen Blick

Das Wichtigste zur Rechtslage
  • Grundlage ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), in Kraft seit dem 1. Juli 2021.
  • Legal ist nur, wer eine deutsche Erlaubnis hat – nachzulesen auf der Whitelist der GGL: Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweiten Erlaubnisse und führt die Whitelist legaler Anbieter..
  • Spielautomaten, Poker und Sportwetten sind online bundesweit erlaubt, Roulette und Blackjack nur mit Landeserlaubnis.
  • Für Spieler gelten ein Einzahlungslimit, Spielerschutz-Pflichten und ein Mindestalter von 18 Jahren.
  • Gewinne sind für Privatspieler steuerfrei; die Anbieter zahlen eine Steuer auf die Einsätze.

Vom Verbot zum regulierten Markt

Lange Zeit war Online-Casinoglücksspiel in Deutschland grundsätzlich verboten. Nur Schleswig-Holstein ging zeitweise einen eigenen Weg und vergab ab 2012 eigene Lizenzen. Trotzdem waren viele Anbieter mit Lizenzen aus Malta oder Übersee am deutschen Markt aktiv – rechtlich in einer Grauzone, die für Spieler kaum durchschaubar war.

Mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 haben die Länder einen neuen Weg eingeschlagen: Statt eines Verbots gibt es seither einen regulierten Markt mit strengen Auflagen. Ziel ist es, Spieler in ein kontrolliertes legales Angebot zu lenken und so vor den Risiken des Glücksspiels und vor unseriösen Anbietern zu schützen. Seit 2023 liegt die Aufsicht über die bundesweiten Online-Angebote bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale).

Die wichtigsten Etappen

Zeitleiste des Online-Glücksspielrechts in Deutschland: 2012 erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag, 2020 Übergangsregelung, 1. Juli 2021 Glücksspielstaatsvertrag, 2023 volle Zuständigkeit der GGL, 2026 Evaluierung
Die wichtigsten Etappen des Online-Glücksspielrechts in Deutschland – Details in der Tabelle darunter.
Online-Glücksspiel in Deutschland: eine kurze Zeitleiste
Jahr Was geschah
2012 Erster Glücksspieländerungsstaatsvertrag: Online-Casinospiele bleiben grundsätzlich verboten. Schleswig-Holstein vergibt nach eigenem Landesrecht eigene Lizenzen.
2020 Übergangsregelung: Anbieter, die sich bereits an die künftigen Regeln halten, werden bis zum Inkrafttreten des neuen Staatsvertrags geduldet.
1. Juli 2021 Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 tritt in Kraft. Online-Spielautomaten und Online-Poker können erstmals bundesweit erlaubt werden.
2023 Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder übernimmt die volle Zuständigkeit für die bundesweiten Online-Angebote.
2026 Die Länder werten aus, wie der Staatsvertrag wirkt – mögliche Anpassungen werden diskutiert.

Welche Spiele online erlaubt sind

Der Glücksspielstaatsvertrag unterscheidet verschiedene Arten von Glücksspiel – und für jede gelten eigene Regeln:

Online-Glücksspiel in Deutschland nach Spielart
Spielart Erlaubnis Wer erteilt sie Gilt für
Virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) bundesweite Erlaubnis GGL ganz Deutschland
Online-Poker bundesweite Erlaubnis GGL ganz Deutschland
Sportwetten bundesweite Erlaubnis GGL ganz Deutschland
Online-Casinospiele (Roulette, Blackjack) Erlaubnis oder staatliches Angebot eines Landes das jeweilige Bundesland nur das jeweilige Land
Lotterien staatliches Angebot und Lotterie-Erlaubnisse Länder bzw. GGL je nach Lotterie

Für Online-Roulette und -Blackjack haben die Länder sich vorbehalten, selbst zu entscheiden. Derzeit stehen auf der Whitelist Erlaubnisse für Online-Casinospiele aus Schleswig-Holstein und Bayern – sie gelten nur für Spieler, die sich in dem jeweiligen Land aufhalten. Die Regeln der Spiele erklären wir in den Roulette Regeln und Blackjack Regeln. Spielbanken und Spielhallen vor Ort sind davon unabhängig und werden von den Ländern selbst geregelt.

Zuständigkeiten im deutschen Online-Glücksspiel: GGL für Online-Slots, Poker und Sportwetten bundesweit, die Bundesländer für Online-Roulette und Blackjack, Länder bzw. GGL für Lotterien
Wer erlaubt was: bundesweite Erlaubnisse der GGL und Erlaubnisse der einzelnen Länder.

Die Rolle der Bundesländer

Glücksspiel ist in Deutschland Ländersache. Der Glücksspielstaatsvertrag ist deshalb kein Bundesgesetz, sondern ein Vertrag aller 16 Bundesländer, den jedes Land mit eigenen Ausführungsgesetzen ergänzt. Für die bundesweiten Online-Angebote haben die Länder ihre Zuständigkeit in der gemeinsamen Behörde GGL gebündelt.

Vieles bleibt aber in der Hand der einzelnen Länder: die Spielbanken und Spielhallen vor Ort, die staatlichen Lotterien und die Online-Casinospiele wie Roulette und Blackjack. Ob und wie ein Land sie online zulässt, entscheidet es selbst. Deshalb kann ein Angebot in einem Bundesland erlaubt und im Nachbarland verboten sein.

Erlaubnis und Aufsicht

Wer in Deutschland Online-Glücksspiel anbieten will, muss eine Erlaubnis beantragen und dafür umfangreiche Anforderungen erfüllen: Zuverlässigkeit des Unternehmens, ein Sozialkonzept, technische Sicherheit, Anbindung an die zentralen Systeme der Länder und vieles mehr. Erteilte Erlaubnisse veröffentlicht die GGL auf ihrer Whitelist.

Die GGL überwacht die Anbieter auch nach der Erlaubnis. Gegen Angebote ohne Erlaubnis geht sie mit Untersagungen vor, kann Werbung verbieten und Zahlungsdienstleister auffordern, Zahlungen an solche Anbieter zu unterbinden. Wie du die Erlaubnis eines Anbieters selbst prüfst, zeigen wir dir bei den seriösen Online Casinos.

Wie ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis erhält

Eine Erlaubnis für Online-Spielautomaten oder Online-Poker vergibt die GGL nur auf Antrag und nach eingehender Prüfung. Der Anbieter muss unter anderem nachweisen:

Was die GGL vor einer Erlaubnis prüft
  • Zuverlässigkeit: Wer steht hinter dem Unternehmen, und gibt es Verstöße in der Vergangenheit?
  • Leistungsfähigkeit: Kann der Anbieter seinen Betrieb und die Auszahlung von Gewinnen dauerhaft sicherstellen? Dazu gehört eine Sicherheitsleistung.
  • Sozialkonzept: Wie erkennt der Anbieter problematisches Spielverhalten, und wie reagiert er darauf?
  • Technik: Anbindung an LUGAS: Das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem. Es prüft das anbieterübergreifende Einzahlungslimit und verhindert, dass du bei mehreren Anbietern gleichzeitig spielst. und OASIS, sichere Systeme und Spiele, die den deutschen Regeln entsprechen.
  • Transparenz: Offenlegung der Eigentümerstruktur und der beteiligten Zahlungsdienstleister.

Die Erlaubnis wird befristet erteilt und ist an Auflagen gebunden. Hält sich ein Anbieter nicht daran, kann die GGL Bußgelder verhängen oder die Erlaubnis widerrufen. Jede erteilte Erlaubnis ist mit Domain und Erlaubnisinhaber auf der Whitelist verzeichnet.

Ausländische Lizenzen und was sie bedeuten

Viele Online Casinos werben mit Lizenzen aus anderen Ländern. Für Spieler in Deutschland ist entscheidend: Keine davon ersetzt die deutsche Erlaubnis. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, was hinter den bekanntesten Lizenzgebern steckt:

Bekannte Glücksspiellizenzen im Überblick
Lizenzgeber Einordnung Gilt in Deutschland?
Malta Gaming Authority (MGA) EU-Regulierer mit strengen Auflagen; Sitz vieler Glücksspielunternehmen nein – nur zusammen mit deutscher Erlaubnis
UK Gambling Commission Gilt als einer der strengsten Regulierer weltweit, zuständig für Großbritannien nein
Gibraltar, Isle of Man Etablierte Lizenzstandorte mit eigener Aufsicht nein
Curaçao Weit verbreitet, mit vergleichsweise geringen Auflagen; das System wurde zuletzt reformiert nein
Kahnawake Lizenzen aus einem Mohawk-Territorium in Kanada nein
GGL (Deutschland) Bundesweite Erlaubnis für Online-Slots, Online-Poker und Sportwetten ja

Viele seriöse Unternehmen haben neben ihrer deutschen Erlaubnis auch Lizenzen in anderen Ländern – das ist ein gutes Zeichen. Problematisch wird es, wenn ein Anbieter ausschließlich mit einer ausländischen Lizenz um deutsche Spieler wirbt.

Regeln für Online-Spielautomaten

Für virtuelle Automatenspiele schreibt der Glücksspielstaatsvertrag besonders detaillierte Regeln vor. Sie sollen das Spieltempo bremsen und hohe Verluste in kurzer Zeit verhindern:

Was für jeden Online-Slot gilt
  • Höchstens 1 € Einsatz pro Spin als Regelfall – mehr nur unter den Bedingungen unten.
  • Im Durchschnitt mindestens 5 Sekunden pro Spielrunde.
  • Keine Autoplay-Funktion – jeder Spin wird einzeln gestartet.
  • Keine Jackpots und kein Kauf von Bonusfunktionen.
  • Kein gleichzeitiges Spielen bei mehreren Anbietern.

Höhere Einsätze seit Juli 2026: das Stufenmodell

Seit dem 1. Juli 2026 erlaubt die GGL eine gestufte Ausnahme vom Höchsteinsatz. Der Regelfall bleibt 1 € pro Spin; die Ausnahme gilt zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2027.

  • Bis 1 €: der Regelfall für alle volljährigen Spieler.
  • Bis 3 €: nur für Spieler, die mindestens 21 Jahre alt sind.
  • Bis 5 €: ab 21 Jahren, nach einem Qualifikationszeitraum von 90 Tagen ohne suchtauffälliges Spielverhalten und mit verpflichtender Überwachung des Spielverhaltens.

Anbieter müssen die höheren Stufen nicht anbieten – ob du sie bekommst, entscheidet der Anbieter. Suchtfachstellen wie die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern kritisieren die Anhebung. Für dich gilt: Bei gleicher Auszahlungsquote steigt mit dem Einsatz auch der zu erwartende Verlust pro Stunde – bei 5 € pro Spin ist er fünfmal so hoch wie bei 1 €.

Wie Spielautomaten im Detail funktionieren und was Auszahlungsquote und Volatilität: Wie stark die Gewinne eines Spiels schwanken. Niedrig: oft kleine Gewinne. Hoch: seltener, dafür größere Gewinne und längere Durststrecken. bedeuten, erklären wir in unseren Spielautomaten Regeln.

Spielerschutz: LUGAS, OASIS und Limits

Ein zentraler Teil des Glücksspielstaatsvertrags ist der Spielerschutz. Er wird über zwei Systeme umgesetzt, an die jeder legale Anbieter angeschlossen ist:

  • LUGAS Das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem führt die Limitdatei und die Aktivitätsdatei. Es stellt sicher, dass dein Einzahlungslimit über alle Anbieter zusammen gilt und du nicht bei mehreren Anbietern gleichzeitig spielst.
  • OASIS: Die bundesweite Sperrdatei. Wer dort gesperrt ist, kann bei keinem legalen Anbieter in Deutschland spielen. Eine Selbstsperre gilt mindestens drei Monate. Die bundesweite Sperrdatei. Eine Sperre gilt für alle erlaubten Glücksspielangebote – online, in Spielhallen und Spielbanken. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate.
  • Einzahlungslimit Grundsätzlich höchstens 1.000 € im Monat über alle Anbieter. In Ausnahmefällen dürfen Anbieter nach einer Prüfung ein höheres Limit zulassen. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach einer Wartezeit.
  • Panik-Button Ein Klick sperrt dich sofort für 24 Stunden bei allen Anbietern. Jeder legale Anbieter muss ihn gut sichtbar anbieten.

Sportwetten und Lotterien

Sportwetten sind ebenfalls bundesweit erlaubt, wenn der Anbieter eine Erlaubnis der GGL hat. Auch hier gelten Einzahlungslimit und Spielersperre; zusätzlich gibt es Einschränkungen bei Live-Wetten während eines laufenden Spiels. Lotterien wie Lotto 6aus49 werden in Deutschland überwiegend von den staatlichen Lotteriegesellschaften der Länder angeboten. Daneben gibt es erlaubte Soziallotterien und Vermittler, die Spielscheine weiterleiten. Zweitlotterien, bei denen auf den Ausgang einer anderen Lotterie gewettet wird, sind nicht erlaubt.

Werbung für Online-Glücksspiel

Auch die Werbung ist geregelt. Sie darf sich nicht an Minderjährige richten, keine sicheren Gewinne versprechen und muss auf die Suchtgefahr hinweisen. Für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele gilt zudem: Im Fernsehen und im Internet darf zwischen 6 und 21 Uhr grundsätzlich nicht dafür geworben werden. Werbung für Anbieter ohne Erlaubnis ist ganz verboten.

Steuern auf Glücksspiel

Für Spieler ist die Sache einfach: Gewinne aus Glücksspiel sind für Privatpersonen in Deutschland grundsätzlich steuerfrei. Steuerpflichtig werden können nur Erträge, die du später mit dem Gewinn erzielst, etwa Zinsen.

Die Anbieter dagegen zahlen seit Juli 2021 eine Steuer von 5,3 % auf jeden Einsatz bei virtuellen Automatenspielen und Online-Poker. Weil sie auf die Einsätze und nicht auf den Gewinn des Anbieters erhoben wird, gleichen viele Anbieter sie über niedrigere Auszahlungsquoten aus. Was das beim Spielen kostet, zeigen wir bei den Echtgeld Casinos.

Was das Gesetz für Spieler bedeutet

  • Mindestalter 18 Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Legale Anbieter prüfen dein Alter bei der Anmeldung.
  • Ein Konto pro Anbieter Du brauchst ein verifiziertes Spielerkonto auf deinen Namen. Mehrere Konten beim selben Anbieter sind nicht erlaubt.
  • Spielen ohne Erlaubnis ist verboten Auch die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist in Deutschland strafbar. Bei Anbietern ohne Erlaubnis hast du zudem keinen Spielerschutz.
  • Verluste bei Anbietern ohne Erlaubnis Ob sich Verluste bei solchen Anbietern zurückfordern lassen, beschäftigt seit Jahren die Gerichte. Im Einzelfall solltest du dich rechtlich beraten lassen.

Was sich künftig ändern könnte

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 sieht eine Auswertung seiner Wirkung vor. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie gut der legale Markt Spieler erreicht und wie wirksam der Spielerschutz ist. Diskutiert werden unter anderem die Höhe der Einsatz- und Einzahlungsgrenzen, die Werbung, das Vorgehen gegen Anbieter ohne Erlaubnis und die Rolle der Online-Casinospiele, die bisher nur in einzelnen Ländern erlaubt sind.

Was davon tatsächlich kommt, entscheiden die Länder gemeinsam. Wir aktualisieren diese Seite, sobald sich an den Regeln für Spieler etwas ändert.

Deine Rechte als Spieler

Der Glücksspielstaatsvertrag legt nicht nur Pflichten fest, sondern gibt dir auch Rechte gegenüber legalen Anbietern:

Das steht dir bei jedem legalen Anbieter zu
  • Eigene Limits: Du kannst dein Einzahlungslimit jederzeit senken und bei vielen Anbietern weitere Limits für Einsätze oder Verluste setzen.
  • Sofortige Sperre: Über den Panik-Button oder eine Selbstsperre bei OASIS – ohne Begründung.
  • Transparenz: Spielregeln, Gewinnwahrscheinlichkeiten und Bonusbedingungen müssen für dich einsehbar sein.
  • Kontoübersicht: Einzahlungen, Einsätze, Gewinne und Verluste müssen nachvollziehbar sein.
  • Kontoschließung: Du kannst dein Konto schließen lassen; vorhandenes Guthaben wird ausgezahlt.
  • Beschwerde: Bei Problemen kannst du dich an den Anbieter wenden und die GGL über Verstöße informieren.

Unerlaubtes Glücksspiel: Folgen für Anbieter und Spieler

Wer in Deutschland ohne Erlaubnis öffentliches Glücksspiel veranstaltet, macht sich strafbar. Die GGL geht zusätzlich verwaltungsrechtlich gegen solche Angebote vor: mit Untersagungen, Verboten für die Werbung und für die Mitwirkung an Zahlungen. Auch Werbepartner und Zahlungsdienstleister können dadurch in die Pflicht genommen werden.

Für Spieler ist die Lage ebenfalls eindeutig: Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist strafbar. In der Praxis richtet sich die Verfolgung vor allem gegen die Anbieter – das größere Risiko für dich ist aber ohnehin ein anderes: Bei einem Anbieter ohne Erlaubnis gibt es keinen Spielerschutz, keine deutsche Aufsicht und kaum eine Möglichkeit, Gewinne oder Ansprüche durchzusetzen.

Die wichtigsten Begriffe

Begriffe aus dem Glücksspielrecht
Begriff Bedeutung
GlüStV 2021 Glücksspielstaatsvertrag der 16 Länder, in Kraft seit 1. Juli 2021
GGL Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Sitz in Halle (Saale)
Whitelist Amtliche Liste der Anbieter mit deutscher Erlaubnis
Virtuelle Automatenspiele Gesetzlicher Begriff für Online-Spielautomaten
Online-Casinospiele Online-Tischspiele wie Roulette und Blackjack, von den Ländern geregelt
LUGAS Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem mit Limit- und Aktivitätsdatei
OASIS Bundesweites Spielersperrsystem
Sozialkonzept Plan eines Anbieters zur Vorbeugung von Spielsucht
Einsatzsteuer Steuer von 5,3 % auf Einsätze bei Online-Slots und Online-Poker

Häufige Fragen zur Rechtslage

Sind Online Casinos in Deutschland legal?

Ja, wenn sie eine deutsche Erlaubnis haben. Online-Spielautomaten und Online-Poker dürfen mit Erlaubnis der GGL bundesweit angeboten werden. Für Online-Roulette und -Blackjack braucht ein Anbieter die Erlaubnis eines Bundeslandes.

Seit wann ist Online-Glücksspiel in Deutschland erlaubt?

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist am 1. Juli 2021 in Kraft getreten. Seitdem können Anbieter eine bundesweite Erlaubnis für Online-Spielautomaten und Online-Poker erhalten.

Wer kontrolliert Online Casinos in Deutschland?

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweiten Erlaubnisse, beaufsichtigt die Anbieter und geht gegen Angebote ohne Erlaubnis vor.

Darf ich in einem Online Casino mit EU-Lizenz spielen?

Nur wenn der Anbieter zusätzlich eine deutsche Erlaubnis hat. Eine Lizenz aus Malta oder einem anderen Land allein reicht für Spieler in Deutschland nicht aus.

Ist es strafbar, in einem illegalen Online Casino zu spielen?

Ja, auch die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist in Deutschland verboten. Vor allem aber hast du dort keinen Spielerschutz und kaum Möglichkeiten, deine Rechte durchzusetzen.

Wie hoch ist das Einzahlungslimit?

Grundsätzlich 1.000 € im Monat, zusammengerechnet über alle legalen Anbieter. Du kannst dir jederzeit ein niedrigeres Limit setzen.

Was ist die Whitelist?

Die amtliche Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit allen Anbietern, die eine Erlaubnis für Online-Glücksspiel in Deutschland haben – mit Domain, Erlaubnisinhaber und Glücksspielart.

Gilt eine Lizenz aus Malta oder Curaçao in Deutschland?

Nein. Für Spieler in Deutschland zählt allein die deutsche Erlaubnis. Viele Anbieter mit Sitz auf Malta haben zusätzlich eine deutsche Erlaubnis – dann ist ihr Angebot legal.

Ist der Glücksspielstaatsvertrag ein Bundesgesetz?

Nein. Er ist ein Vertrag zwischen allen 16 Bundesländern, weil Glücksspiel in Deutschland Ländersache ist. Jedes Land ergänzt ihn mit eigenen Ausführungsgesetzen.

Welche Rechte habe ich gegenüber einem legalen Anbieter?

Unter anderem das Recht, eigene Limits zu setzen, dich jederzeit sperren zu lassen, dein Konto zu schließen und dich bei Problemen zu beschweren. Spielregeln und Bonusbedingungen müssen für dich einsehbar sein.

Fazit

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist Online-Glücksspiel in Deutschland klar geregelt: Spielautomaten, Poker und Sportwetten sind mit Erlaubnis bundesweit erlaubt, Roulette und Blackjack nur mit Erlaubnis einzelner Länder. Für alle gelten strenge Regeln zum Spielerschutz.

Für dich heißt das: Spiele nur bei Anbietern auf der Whitelist der GGL. Welche das sind und wie sie sich unterscheiden, zeigt unser Casino Check.